Die Metro, nachts | Le métro, la nuit

Paris, 11.02.2018  Les lignes de métro sont à l´image de la société de classe. La ligne numéro 1 est aristocrate ou nouveau-riche, elle rallie le Bois de Boulogne au Château de Vincennes, en passant par les Champs-Elysées et la Place de l´Etoile. Comme elle est aussi la plus rapide, les stations ont des barrières vitrés, exactement comme dans les aéroports. On le voit aussi à l´intérieur des trains que c´est un public sélectionné qui prend la ligne 1. Parcontre la ligne 7 semble être la plus longue et lente, elle méandre ivrement dans tout Paris, ou plutôt en-dessous. Je prends souvent la ligne 11 du Châtelet pour aller à la station Place-des-Fêtes dans le 19ème, qui est spéciale parce qu´elle…

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Au supermarché: MeToo

Paris, 10.02.2018  Le commis noir était à la caisse. C´est lui qui avait, il y a quelque temps, déclaré que de l´amour, il s´en foutait. Pendant qu´il tapait mes achats, un client venait lui demander ce que voulait dire „baies sauvages“ comme ingrédient marqué sur un yaourt ou un autre produit du magasin. Aprés avoir expliqué au client, il me regardait, j´étais en train de mettre mes affaires dans un sac, et il me disait tout bas: „… sauvage, c´est bien …“ Comme toujours dans ces cas, j´ai pris mon sac en faisant semblant de ne rien entendre. MeToo: Le sexe, c´est une chose essentielle, celle qui nous touche le plus. Pour d´aucuns, la sexualité est même „le sismographe de…

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… und Macron?

Paris, 09.02.2018  Von der französischen Regierung hört man in letzter Zeit Misstöne. Bereits Mitte Januar war der Innenminister Gérard Collomb lautstark gegen die „Associations in Calais“ zu Felde gezogen, sie verbreiteten „Verschwörungstheorien über den staatlichen Umgang“ mit Migranten, die dort seit zwanzig Jahren den Übergang nach Großbritannien versuchen. Er stellte sie in seiner Rede auf die gleiche Stufe wie die Schlepper. Die Associations sind die Hilfsorganisationen, die den Migranten in der Stadt am Kanaltunnel eine minimale Versorgung anbieten. In der letzten Zeit sammeln sich dort meist Jugendliche, die zu Verwandten nach England wollen. 2016 war der bekannte „Dschungel von Calais“ endgültig und mit großer Brutalität geräumt worden, der immerhin eine Zuflucht geboten hatte und sogar eine rudimentäre soziale Struktur besaß.…

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Paris dans la neige, c´est beau!

  Paris, 08.02.2018  Hier, dans le train, venant du sud de l´Allemagne plutôt printannier, c´était la surprise. La Lorraine, la Champagne sous une couverture épaisse de neige. Le conducteur du TGV annonçait „la nouvelle station de sports d´hiver, la Gare de l´Est!“ En effet, sur les quais il y avait 10 à 12 centimètres de neige et une couche de glace commençante dans les empreintes des passagers arrivés avant nous. Une quiétude anormale dans les rues, pas de bus, pas de gens, ils semblaient être terrés chez eux avec leurs enfants, les écoles étant fermés pour deux jours. Aujourd´hui, avec le soleil qui fait fondre la neige et les mares noirâtres de soupe, on ressent un certain soulagement voyant de…

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Il était 3 fois … Im Museum der französischen Einwanderungsgeschichte

Paris, 16.01.18  Die interessante Ausstellung Lieux saints partagés / Gemeinsame heilige Orte, die von Dionigi Albera und Manoël Pénicaud für das „Museum für die Kultur Europas und des Mittelmeers“ (MUCEM) in Marseille entwickelt wurde, schließt am 21. Januar auch im Palais de la Porte Dorée, dem Pariser Museum für Einwanderungsgeschichte, ihre Pforten. Vor dem Eingang zu dem Palais steht ein kleines Fischerboot, das schon zur Ausstellung gehört, es glitzert von unzähligen kleinen Metalltäfelchen, die es bedecken wie Pailletten. Es ist eine Arbeit von Kalliopi Lemos: teilweise handelt es sich um Votivtäfelchen aus griechisch-orthodoxen Kirchen, auf andere hat der griechische Künstler die Namen von Flüchtlingen eingeritzt, die in den letzten Jahren in Griechenland angekommen sind. Solche Votivgaben sind typisch für den…

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Januar

Paris, 14.01.18  Berühmt und unvergleichlich, selbst im Januar, das Licht von Paris. Heute morgen schien die Sonne, aber gegen 9 Uhr war das Licht noch gedämpft von Dunst, mit einem fahlen Glanz hier und dort auf einer hellen Fläche. In der Mitte aus einem schmalen Kamin steigt der Rauch dunkelgrau ein paar Meter, dann zieht er waagrecht ab. Manche sagen, es wäre das Pastellweiß, Nussweiß der Häuser, das die &besondere Atmosphäre schafft. Ein helles Taubenblau liegt feierlich, sonntäglich, über der Stadt, in deren Tälern der Verkehr nur schwach rauscht. Mittags leuchtet der Himmel fast schon in Azur, das Grün der Pflanzen auf den Balkonen tritt hervor und das Kaminrohr, die Antennen und die Kupferränder der Dächer strahlen. Bei sinkender Sonne…

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„Drei Schwestern“ im Théâtre de l´Odéon

Paris, 01.12.17  „Hochspannend, durchschlagend, voll komischer Verzweiflung“ (Website des Theaters). Der australische Regisseur Simon Stone hat das Stück von Tschechov völlig umgeschrieben, es wurde 2016 schon in Basel aufgeführt, jetzt wird es am Odéon in Paris gespielt (bis 22. Dezember). Wie Stone im Interview des Programmhefts erzählt, setzt Tschechov die banalen Alltagsgespräche in Szene, die um die großen Fragen des Lebens herumreden und nur die Zeit vertreiben, womit die Figuren ihre Enttäuschung über ihre mittelmäßige Existenz zudecken. Sie wollen nach Moskau, denn das Leben ist immer woanders. Stone hat für die vier Akte jeweils das Ende einer Periode gewählt, an dem schon Nostalgie aufkommt, denn damals wie heute leben die Menschen entweder in einer verklärten Vergangenheit oder streben in eine…

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Paris, Ende November

Paris, 30.11.17  Zwei Jahre nach den Terroranschlägen vom 13. November erscheint Paris ruhig, ein wenig verhalten, mit der ersten Kälte und den ersten Schneeflocken. Die Metrostationen erhalten alle eine Alarmsäule, die im ständigen Kontakt mit den Sicherheitskräften steht. Untendrin ist ein roter Feuerlöscher, darüber einer der üblichen Notfallkästen mit einem Hämmerchen hinter einer Glasscheibe, auf Brusthöhe befindet sich ein dicker Knopf, über den man Alarm geben kann. Er ist versehen mit einem Code als Inschrift auf einer kleinen Metallplatte. Der Code gibt den genauen Standort des Anrufers an, an der Station Ourcq, wo ich meist die Metro nehme, lautet er „Italie“, denn es ist der Bahnsteig in Richtung „Place d´Italie“. Gestern abend lag hier ein alter Penner quer, er hatte…

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Salon du livre, Montréal

Vom 15. bis 20. November 2017 fand in Montréal der Salon du livre in seiner 40. Ausgabe statt. In meinen kleinen Texten möchte ich auch vom Kulturleben und dem Alltag in Montréal berichten, in einer Woche kann ich freilich nur zufällige und recht persönliche Eindrücke wiedergeben. Montréal, die ersten Tage Ein Tor zur Neuen Welt. Die Stadt liegt auf einer Insel im Lorenzstrom, die sie ganz bedeckt, durchzogen von Kilometer langen Verkehrsachsen, mit einem alten Zentrum im Süden, am Wasser. Gerade ist sie 375 Jahre alt geworden. Alles ist groß, die Gebäude um das Hotel, man hört immer wieder das Nebelhorn, wenn ein Schiff in den nahen Hafen einläuft, gleich gegenüber das ehrwürdige Bürohaus von „Grand Trunk“ mit seinen hohen…

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Francfort en français Frankfurt auf Französisch

Francfort, 16.10.2017  La Foire du livre de Francfort vient de clore ses portes. Dimanche vers 18 heures, des ouvriers étaient en train d´arracher la moquette des sols, tandisque les éditeurs allaient et venaient pour ramener livres et matériels vers leurs voitures, souvent d´ailleurs avec des caisses et chariots de fortune qui juraient avec l´élégance des journées précédentes. Il paraît que sur le côté allemand la foire s´est terminée avec un éclat de voix et d´échauffourrées entre des gauchistes et quelques éditeurs de l´extrême droite qui voulaient présenter leur idéologie. Est-ce que la gauche allemande a désappris d´argumenter? Moi, sur cette Foire, j´étais surtout dans le Pavillon français. La France est un pays de lecteurs, notamment de romans. Ici, on lit…

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